Oktober 2003
Zehn Prozent Strom vom Acker
Der deutsche Wirtschaftsminister warnt vor einer dauernden Subventionierung erneuerbarer Energien und fordert, die staatliche Förderung deutlich zu begrenzen. Sein britischer Kollege dagegen will den Anteil dieser Energiequellen noch steigern: Von derzeit 3% sollen im Jahr 2010 etwa 10% aus erneuerbaren Quellen stammen, schlägt das Wirtschaftsministerium in London vor. Die entsprechende Strommenge wird quotiert. Die Stromerzeuger sollen Zertifikate erwerben können, die Ihnen für die diese Menge einen Mindestpreis sichert. Im Interesse der Landwirtschaft sollen diese Zertifikate bis 2016 nutzbar sein, länger als bisher geplant. Denn es geht in erster Linie um die Verbrennung von schnellwachsenden Weiden und Elefantengras in Kohlekraftwerken. Der britische Bauernverband hatte argumentiert, dass dieser Zeitraum nötig sei, damit sich die Investitionen rechneten. Die Landwirte müssten spätestens 2005 mit dem Anbau beginnen, um die beste Förderung zu bekommen.
Kritische Stimmen bezweifeln dennoch, ob die mindestens 100 000 ha Hektar schnellwachsender Weiden zusammenkommen, die nötig sind, um das ehrgeizige Ziel zu erreichen.



